3. Fachkonferenz im InnovationPort: Wenn aus Begegnung Kooperation wird
Was passiert, wenn Wissenschaftler:innen, Unternehmer:innen, Netzwerke und Förderakteure nicht nebeneinandersitzen, sondern miteinander arbeiten?
Dann entstehen Ideen mit Umsetzungskraft.
Dann entstehen Partnerschaften.
Dann entsteht Innovation, die wirkt.
Am 24. Februar 2026 fand die 3. Fachkonferenz „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ im InnovationPort statt. Das Event wurde in Kooperation mit der Hochschule Wismar, der IHK zu Schwerin und dem Open Factory Campus organisiert.
Über 80 Teilnehmende, zehn kompakte Pitches à acht Minuten, intensive Austauschphasen und eine spürbare Aufbruchsstimmung prägten den Tag.
Bereits in der offiziellen Eröffnung wurde deutlich, worum es geht: angewandte Forschung, unternehmerische Praxis und strategische Förderperspektiven zusammenzuführen.

Offizielle Eröffnung – Wissenschaft, Wirtschaft und Land im Dialog
Prof. Dr. Daniela Schwerdt, Prorektorin der Hochschule Wismar, ordnete die Konferenz in die strategische Entwicklung der Hochschule als Transferhochschule ein. Ihr Beitrag unterstrich die Rolle der Hochschule als starke Partnerin für Wirtschaft, Region und Innovation.
Ronny Freitag, Vizepräsident der IHK zu Schwerin, brachte die Perspektive der Wirtschaft ein: Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und die konkrete Erwartungshaltung an Kooperationen mit Hochschulen.
Ralf Svoboda vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern eröffnete den strategischen Blick auf Innovationspolitik und Förderlandschaft im Land
Sein Impuls machte deutlich: Technologie- und Innovationsförderung bleibt ein zentrales Zukunftsthema – mit positiven Entwicklungsperspektiven.

Pitch-Block I
Mensch · Gesundheit · Alltagstechnologien
Prof. Dr. Volker Grienitz, Professor für Informationsmanagement – Digitalisierung und Gesellschaft, Wirtschaftsinformatik, Fakultät Wirtschaft, Institut für Angewandte Medizintechnik, Hochschule Wismar
Digitalisierung und Automatisierung der Pflege im ländlichen Raum
Im PflegeLab werden digitale Pflegekonzepte in einem realen Reallabor und virtuellen Pflegeheim erprobt: Sensorik, KI, AR/VR und Robotik werden zu skalierbaren, datensicheren und marktfähigen Lösungen integriert. Der Fokus liegt klar auf Transfer – von der Forschung in konkrete Produkte und Geschäftsmodelle im Gesundheitssektor.

Prof. Dr. Olaf Simanski, Professor, Institut für Angewandte Medizintechnik, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Hochschule Wismar
Intelligente Sensorsysteme im Alltag
Kontaktlose Vitaldatenerfassung, kamerabasierte Sturz- und Ganganalyse: Medizintechnik wird unsichtbar und zugleich intelligenter. Die vorgestellten Systeme eröffnen neue Anwendungsfelder im Bereich Ambient Assisted Living und stationärer Pflege – mit großem Potenzial für Pilotprojekte und Kooperationen.
Herwig Fölster, radigile.net Unternehmensberater/Prozessdigitalisierung und Team Performance Coaching
Innovation und Problemlösung in Stunden statt Wochen
Mit einem vollständig digitalisierten Design-Thinking-Prozess und KI-Coach werden Ideen nicht nur dokumentiert, sondern direkt in automatisierbare Prozessmodelle überführt. Ergebnis: drastisch verkürzte Innovationszyklen, gesichertes Prozesswissen und konkrete Pilotprojekte mit wissenschaftlicher Begleitung.
Sylvio Brauns, Ausbilder Fachbereich Farbe und Gestaltung, Digitale und hybride Lehrformate, Handwerkskammer Schwerin, Digitalisierungsbotschafter
CraftCoach & CraftLab – Bildung neu denken
Mit dem CraftCoach-Konzept und dem CraftLab – dem ersten Innovationsraum einer Handwerkskammer – entsteht ein bundesweit beachtetes Modell für praxisnahe, digitale und hybride Ausbildung. Ziel ist es, Lernprozesse adaptiv, selbststeuernd und zukunftsorientiert zu gestalten – ein starker Impuls für Fachkräftesicherung und Bildungsinnovation.


Pitch-Block II
Nachhaltigkeit · Ressourcen · Bau · Kreisläufe
Prof. Martin Wollensak, Professor, Hochschule Wismar Fakultät Gestaltung, Fachbereich Architektur, nachhaltiges Bauen, Bauen im Bestand
Zukunft Planen und Bauen: nachhaltig. zirkulär. digital.
Ob „Allianz für Nachhaltiges Bauen MV“, „FutureBalticBauhaus“ oder „Mittelstand-Digital Zentrum Rostock“ – der Beitrag zeigte, wie Bauwirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam neue Standards entwickeln. Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung werden hier strategisch verbunden.

Mathis Schreier, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Design (Produktdesign / Schmuckdesign), Hochschule Wismar
Domestizierung des temporären Wohnens
Ein modulares, aufblasbares Zeltsystem als nachhaltige Alternative zu Einweg-Festivalzelten. Das Projekt denkt temporäre Infrastruktur neu – ressourcenschonend, gemeinschaftlich und mit Potenzial für neue Geschäftsmodelle in Event- und Mobilitätsbranchen.

Prof. Dr. Ramona Hülsmann, Hochschule Wismar Fakultät Ingenieurwissenschaften, Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik Berufungsgebiet: Verfahrenstechnik, Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung
Reststoffe als Ressource
Reststoffe werden als Rohstoffe der Zukunft gedacht. Der Beitrag skizzierte interdisziplinäre Forschungsansätze zur Umwandlung schwer handhabbarer Reststoffe in nutzbare Materialien – mit Blick auf Klimaschutz, Ressourceneffizienz und zukünftige Drittmittelprojekte.

Dr. Stefan Klebingat, Hochschule Stralsund, Institut für Erneuerbare Energiesysteme (IRES)
OrgWaste2Fuel – Biomethan & Biomethanol aus organischen Reststoffen
Das grenzüberschreitende Projekt in der Euroregion Pomerania zeigt, wie aus Ernteresten und Grünabfällen klimafreundliche Kraftstoffe entstehen. Mit Toolkit und Leitfaden wird der Transfer in Kommunen und Unternehmen praxisnah unterstützt.


Pitch-Block III
Resilienz · Netzwerke · Umsetzung
Svenja Mischur, APT GmbH i. Gr. – Schulungs- und Kompetenzzentrum für Incident Management & Cyberresilienz
Cyberresilienz im Mittelstand
Incident Management wird als lernendes, strategisches System gedacht – jenseits reiner Compliance. Der Beitrag verband regulatorische Anforderungen mit praxisnahen Modellen und eröffnete neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wirtschaft und Hochschule.

Prof. Dr. Tassilo-Maria Schimmelpfennig, Professor für Fertigungseinrichtungen & Qualitätsmanagement, Hochschule Wismar, Produktionstechnologie-Institut WAVE gGmbH
Aktiv Innovationen gestalten
Regionale und internationale Netzwerke sowie Analyseinstrumente werden gezielt genutzt, um neue F&E-Projekte zu generieren. Besonders produzierende mittelständische Unternehmen profitieren von strukturierter Innovationsbegleitung.


Abschlussimpuls
Andreas Schmidt, Agentur für Technologietransfer und Innovationsförderung GmbH, ATI-GmbH
Von der Idee zum geförderten Projekt
Zum Abschluss führte Andreas Schmidt durch den Lebenszyklus eines Innovationsprojekts – von der ersten Idee bis zum Förderbescheid. Verständlich, praxisnah und mit Blick auf typische Stolpersteine im Förderprozess.

Der Motor hinter dem Format
Das Format war bewusst kompakt:
Acht Minuten pro Pitch. Klare Problemstellung. Konkrete Methoden. Und am Ende der zentrale Appell: Wofür suche ich Partner?
Genau hier liegt die Stärke von „Wissenschaft trifft Wirtschaft“.
Innovation entsteht nicht allein im Labor.
Nicht allein im Unternehmen.
Und nicht allein durch Förderprogramme.
Innovation entsteht, wenn drei Perspektiven zusammenkommen:
- Erfinder:innen, die fragen, was möglich ist.
- Anwender:innen, die prüfen, was machbar ist.
- Ermöglicher:innen, die unterstützen und vernetzen.
Der InnovationPort ist der Ort, an dem dieses Zusammenspiel orchestriert wird.

Fazit: Kontakte, Kooperationen, konkrete Perspektiven
Viele Teilnehmende verließen die Konferenz mit mindestens drei neuen relevanten Kontakten. Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen: Aus diesen Gesprächen entstehen echte Projekte und tragfähige Partnerschaften.
Die 3. Fachkonferenz hat erneut bewiesen:
Persönliche Begegnung bleibt – gerade in digitalen Zeiten – der Schlüssel für nachhaltige Innovationsprozesse.
Wir freuen uns darauf, die nächsten Erfolgsgeschichten zu begleiten.
Doreen Heydenbluth-Peters, Standortleiterin InnovationPort Wismar




































