Mehr als nur ein Dorf-Treff: Wie Hohenkirchen mit dem „Triple Diamond“ und starken Partnern neue Wege gegen Einsamkeit geht

Die Gemeinde Hohenkirchen (Nordwestmecklenburg) stellt sich im ESF-Plus-Projekt einer der größten sozialen Aufgaben: der Vereinsamung im ländlichen Raum. Doch wie packt man eine so vielschichtige, verzwickte Herausforderung an, wenn Ressourcen begrenzt sind? Der Innovation Port Wismar begleitete die Gemeinde in einem individuellen Prozess aus vier Terminen und kontinuierlicher Vernetzung. Durch den Triple Diamond und die Arbeit mit Personas gelang es, Zielkonflikte im Team aufzudecken und eine völlig neue Form der Zusammenarbeit zu etablieren. Statt aneinander vorbeizureden, entstand ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Bürger (z. B. Persona „Kurt Kneipe“). Das Ergebnis: Ein stationärer „Dritter Ort“ und der mobile „Männerschuppen-Bus“ – eine rollende Infrastruktur für die weite Fläche, inspiriert durch die Vernetzung mit dem Männerschuppen Poel. Hohenkirchen startet nun mit einem erprobten Methodenkoffer in die Umsetzung. Der Prozess im Detail 1. Ausgangssituation Hohenkirchen ist eine engagierte Gemeinde, die als Zentrum wachsen möchte. Im Rahmen eines ESF-Plus-Projekts soll wirksam gegen Vereinsamung vorgegangen werden. Es gibt viel Engagement, aber noch kein einheitliches Bild, welche Angebote für wen wirklich einen Unterschied machen. 2. Herausforderung Soziale Themen wie Einsamkeit sind „verzwickte“ Probleme – es gibt keine einfache Lösung von der Stange. In einer weitläufigen Flächengemeinde prallen zudem oft unterschiedliche Erwartungen an Infrastruktur und soziale Angebote aufeinander. 3. Unterstützung durch den InnovationPort Der InnovationPort agierte als methodischer Begleiter und Vernetzer. Es lieferte keine fertigen Konzepte, sondern befähigte das Team vor Ort durch Moderation und neue Denkwerkzeuge. Ein wichtiger Hebel war dabei auch die Herstellung von Kontakten zu bestehenden Initiativen in der Region. Zur Öffnung des Lösungsraums formulierte die Gruppe gemeinsam vier Wie könnten wir-Fragen: Diese HMWs strukturierten das anschließende Brainstorming. 4. Umsetzung In vier Terminen (davon drei Intensiv-Workshops) und intensiver Begleitung dazwischen wurden Zielkonflikte adressiert und 11 konkrete Maßnahmen entwickelt. Der Fokus spitzte sich bewusst auf greifbare Szenarien zu, was die Kreativität im Team beflügelte. 5. Ergebnis & Mehrwert Hohenkirchen hat nun zwei klare Leuchtturm-Konzepte (Bus & Kneipe) und eine Liste mit 11 priorisierten Ideen. Der größte Mehrwert liegt jedoch in der neuen Arbeitsweise: Das Team kann künftige kommunale Herausforderungen nun eigenständig und strukturiert angehen. Was steckt dahinter? Die Methoden im Überblick „Die Begleitung hat uns geholfen, den Nebel um das komplexe Thema Einsamkeit zu lüften. Durch den Triple Diamond und die Vernetzung zum Männerschuppen Poel haben wir jetzt nicht nur innovative Ideen wie unseren Bus, sondern auch das richtige Werkzeug für die Umsetzung.“ Mehr zur Gemeinde: www.hohenkirchen-ostsee.de