Wenn die Agenda Pause macht: Austausch zur Digitalisierungsstrategie MV mit Minister Dr. Heiko Geue

Ein Minister, ein voller Raum, eine Tagesordnung. Und dann der Moment, in dem die Agenda kurzerhand beiseitegelegt wurde, weil das Gespräch mit den Unternehmern wichtiger war als der nächste Programmpunkt.

Genau so lief der Austausch zur neuen Digitalisierungsstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern am 18. Juni im InnovationPort Wismar. Zu Gast: Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung, gemeinsam mit Hubert Ludwig, Geschäftsführer des DVZ MV. Vor Ort: Startups, Unternehmen, Netzwerkpartner und viele, die Digitalisierung in MV nicht nur beobachten, sondern mitgestalten wollen.

Open Source first: ein Paradigmenwechsel

Das Land setzt mit seiner neuen Strategie konsequent auf eine Open-Source-first-Ausrichtung: mehr Offenheit, mehr Beteiligung, mehr regionale Wertschöpfung. Was das konkret bedeuten kann, zeigte unter anderem das Praxisbeispiel des digitalen Bauantrags aus Nordwestmecklenburg. Digitalisierung nicht als Konzeptpapier, sondern als funktionierender Prozess.

Doch die vielleicht wichtigste Botschaft des Nachmittags war eine andere:


Die Strategie kommt nicht von oben. Der Bedarf kommt von unten.


Nicht das Land, nicht die Digitalisierungszentren geben vor, wohin die Reise geht. Die Unternehmerinnen und Unternehmer tun es. Ihre Anforderungen, ihre Praxiserfahrung, ihre Probleme im Alltag sind der Kompass. Und genau deshalb wurde an diesem Nachmittag auch nicht stur das Programm abgespult: Als die Fragen und Impulse aus dem Raum kamen, bekamen sie den Platz, den sie verdienen. Austausch auf Augenhöhe, nicht als Floskel, sondern gelebt.

Was hängen bleibt


  • Es braucht viele Innovationsteams. Eine Strategie allein digitalisiert kein Land. Menschen tun es, in vielen kleinen, handlungsfähigen Teams.
  • MV hat bereits viele starke Player. Die Frage ist nicht, ob Kompetenz da ist, sondern wie sie zusammenfindet.
  • Commitment ist da. Politik, Verwaltung und Wirtschaft wollen. Jetzt gilt: ins Machen kommen.

Und eine Frage nimmt der Raum bewusst mit nach Hause, weil sie an einem Nachmittag nicht abschließend zu beantworten ist: Wie kann Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und IT-Branche wirklich aussehen? Nicht auf der Folie, sondern im Projektalltag.

Wie es weitergeht

Das Beste an diesem Termin: Er war kein Einzeltermin.

  • Die Teilnehmenden bleiben miteinander in Kontakt.
  • Folgetermine sind bereits anberaumt.
  • Der InnovationPort bleibt als Plattform für diesen Austausch verfügbar: als Ort, an dem Politik, Verwaltung und Wirtschaft nicht übereinander, sondern miteinander sprechen.

Mitreden statt mitleiden

Digitalisierung in MV wird nicht in Strategiepapieren entschieden, sondern in Gesprächen wie diesem. Wer beim nächsten Mal dabei sein und eigene Impulse einbringen möchte: Der InnovationPort bietet regelmäßig Raum für genau diesen Austausch.


Die Strategie steht. Die Player sind da. Jetzt wird gemacht.


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