Vom Why zum Warenkorb – HandsOn „eCommerce kompakt“ im InnovationPort Wismar

Header: Frank Melz im InnovationPort Wismar, im Hintergrund die Folie „Wie ist Deine Titelstory?“

U-förmig gestellte Tische, aufgeschlagene Notizbücher, vorne ein Mann mit schwarzer lakör-Cap, der fragt: „Wozu existiert deine Marke eigentlich?“** Genau dieser Moment – wenn Gründer:innen aufhören, an ihr Logo zu denken, und anfangen, an ihre Kundschaft zu denken – war das Herzstück unseres zweitägigen HandsOn „eCommerce kompakt” am 13. und 20. Mai 2026** im InnovationPort Wismar.

Zwei Tage, ein klarer Faden: erst die Marke schärfen, dann den Shop bauen. Kein Theorie-Geplänkel, sondern Werkzeuge zum direkten Mitnehmen.

Warum erst die Marke, dann der Shop?

Frank Melz, CEO von Lakör, hat über 200 Shopify-Shops mit aufgebaut. Sein Befund: Die meisten scheitern nicht am Tool, sondern an der Marke dahinter. Genau deshalb hat dieser Workshop den eCommerce-Trichter umgedreht. Tag 1 ging an die Identität. Tag 2 an die Umsetzung im Shop. Dazwischen eine Woche Hausaufgaben, in der die Teilnehmenden ihr Markenfundament setzten. An Tag 2 stand zusätzlich Steffi Wulf mit auf der Bühne – Shopify-Trainerin bei Lakör.

Tag 1: Wofür stehst du eigentlich?

Frank Melz mit lakör-Cap im Gespräch mit Teilnehmenden, am Whiteboard das Dreieck der Gemeinsamkeiten

Der erste Tag war Markenarbeit – nicht als Theorie, sondern als handfeste Übung. Drei Eckpfeiler:

1️⃣ Golden Circle – Warum gibt es deine Marke? Wie arbeitest du? Was machst du konkret? Der Aha-Moment für viele: Das Why hält, auch wenn das Produkt morgen ein anderes wäre. Wer sein Why nur erklären kann, solange er Kerzen oder Surfbretter verkauft, hat noch kein Why.

2️⃣ Feature vs. Benefit – Franks norddeutsche Übersetzung von „What’s in it for me?“ wurde zur stehenden Wendung des Tages: Butter bei die Fische. Ein Neoprenanzug hat 5 mm Material (Feature) – aber der Benefit ist: „Du frierst selbst in 3 Grad kaltem Wasser nicht.“ Niemand kauft Millimeter.

3️⃣ Markenversprechen – Ein einziger Satz, den deine Kundschaft immer, überall, ohne Ausnahme erwarten darf. Franks Test dafür ist gnadenlos: „Wenn dein Markenversprechen nicht durch deinen Golden Circle gedeckt ist, lügst du.“

Tag 2: Lovepoints – wenn ein Shop zum Erlebnis wird

Tag 2 startete mit dem Kernkonzept des Tages:

„Lovepoints sind die kleinen WOW-Momente in deinem Shop, die deine Besucher emotional abholen, noch bevor sie rational vergleichen.“

Frank und Steffi haben dafür eine einfache Pyramide aufgespannt: Useful (Shopify als Basis) → Useable (gute UX) → Delightful (Lovepoints, die zur Marke passen). Die meisten Shops kommen bis Stufe 2. Die wenigen, die es bis 3 schaffen, verkaufen besser – und länger.

Dann eine Tour durch sieben Stationen einer Customer Journey, an denen man als Marke etwas richtig oder richtig falsch machen kann: Werbung, Cookie-Banner, Startseite, Kollektions- und Produktseite, Warenkorb, Paket. Mit echten Beispielen aus dem Web statt aus dem Lehrbuch – true fruits’ provokantes „Sag JA zu Plastik!“-Plakat, Scalable Capitals „Money-Küre ab 1 €”, das true-fruits-Paket mit der Aufschrift „Stecke mich nicht in den Backofen oder spiele mit mir Basketball. Warum solltest du auch, du Brombeersohn?“

Special Lovepoint: Die Produktseite

Teilnehmer arbeitet mit der Tinker-App an einem KI-generierten Lifestyle-Produktbild

Den größten Block bekam die Produktseite – laut Frank das Multitalent jedes Shops, das gleich sechs Jobs auf einmal erledigen muss: First Impression über Bilder, Copy, Kauf-Motivator, Cross-Sell, Vertrauensanker, Inspiration.

Damit niemand sagen muss „Ich hab kein Fotostudio“, ging es danach direkt in ein Hands-on mit der KI-App Tinker: Handy zücken, Produkt im Raum suchen, fotografieren, in die App laden – fertig ist ein freigestelltes Studio-Bild oder ein Lifestyle-Foto. Aus einem schiefen Kaffee-Tisch-Foto wurde in fünf Minuten ein verkaufsfähiges Bild.

Auch bei Produktbeschreibungen wurde es direkt praktisch. Eine Lavendelkerze ist eben nicht „schöne, hochwertige Duftkerze, brennt lange“ – sondern „handgegossen mit 100 % Sojawachs, über 35 Stunden Brenndauer, ganz ohne künstliche Zusätze – verwandelt dein Wohnzimmer in eine Auszeit-Oase.“ Same product, anderes Versprechen.

Was die Teilnehmenden mitgenommen haben

Am Ende des zweiten Tages hatte jeder im Raum etwas Greifbares in der Hand: ein schlüssiges Markenfundament, eine präzise Angebotsformel, mindestens einen eigenen Lovepoint, erste KI-generierte Produktbilder und ein konkretes Verständnis davon, was eine Produktseite leisten muss. Was vorher als „Ich müsste mal irgendwann einen Shop bauen“ auf der To-do-Liste stand, ist nach diesen zwei Tagen ein realer Plan mit Reihenfolge. Frank gibt die Latte am Ende konkret rein: „In 8 bis 12 Wochen könntest du schon erste Produkte verkauft haben.“

Wie geht’s weiter?

Die HandsOn-Reihe geht weiter. Im Block 3 (September/Oktober 2026) stehen die nächsten Termine an – zu Markenarbeit, Sichtbarkeit, KI-Tools und Geschäftsmodellentwicklung.

👉 Alle kommenden Termine: innovation-port.com/events

Wer mit Lakör selbst an seinem Shop bauen will, findet Coaching-Formate und kostenlosen Content (Stichwort scott-e) unter lakör.de.

Marke vor Shop. Erst die Substanz, dann die Pixel. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Shop, an dem man vorbeiklickt – und einem, in den Kunden sich verlieben.


Der HandsOn „eCommerce kompakt“ fand am 13. und 20. Mai 2026 im InnovationPort Wismar statt. Speaker: Frank Melz (CEO Lakör) und Steffi Wulf (Shopify-Trainerin Lakör). Fotos: InnovationPort Wismar.

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