Wismar will einen eigenen TechTable

Stuhlkreis im Innovation Port während der Panelrunde, rund 28 Teilnehmende sitzen im Halbkreis um die Sprechenden

28 Leute, 18 Anmeldungen und eine klare Antwort: Bei der ersten gemeinsamen Ausgabe von Fly & Surv und TechTable wollten die Wismarer IT-Firmen eine feste Runde. Was auf dem Whiteboard stand und wie es weitergeht.

Mehr als nur ein Dorf-Treff: Wie Hohenkirchen mit dem „Triple Diamond“ und starken Partnern neue Wege gegen Einsamkeit geht

Moderation vor der Ideenbewertung mit How, Wow, Ciao und Now

Die Gemeinde Hohenkirchen (Nordwestmecklenburg) stellt sich im ESF-Plus-Projekt einer der größten sozialen Aufgaben: der Vereinsamung im ländlichen Raum. Doch wie packt man eine so vielschichtige, verzwickte Herausforderung an, wenn Ressourcen begrenzt sind? Der Innovation Port Wismar begleitete die Gemeinde in einem individuellen Prozess aus vier Terminen und kontinuierlicher Vernetzung. Durch den Triple Diamond und die Arbeit mit Personas gelang es, Zielkonflikte im Team aufzudecken und eine völlig neue Form der Zusammenarbeit zu etablieren. Statt aneinander vorbeizureden, entstand ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Bürger (z. B. Persona „Kurt Kneipe“). Das Ergebnis: Ein stationärer „Dritter Ort“ und der mobile „Männerschuppen-Bus“ – eine rollende Infrastruktur für die weite Fläche, inspiriert durch die Vernetzung mit dem Männerschuppen Poel. Hohenkirchen startet nun mit einem erprobten Methodenkoffer in die Umsetzung. Der Prozess im Detail 1. Ausgangssituation Hohenkirchen ist eine engagierte Gemeinde, die als Zentrum wachsen möchte. Im Rahmen eines ESF-Plus-Projekts soll wirksam gegen Vereinsamung vorgegangen werden. Es gibt viel Engagement, aber noch kein einheitliches Bild, welche Angebote für wen wirklich einen Unterschied machen. 2. Herausforderung Soziale Themen wie Einsamkeit sind „verzwickte“ Probleme – es gibt keine einfache Lösung von der Stange. In einer weitläufigen Flächengemeinde prallen zudem oft unterschiedliche Erwartungen an Infrastruktur und soziale Angebote aufeinander. 3. Unterstützung durch den InnovationPort Der InnovationPort agierte als methodischer Begleiter und Vernetzer. Es lieferte keine fertigen Konzepte, sondern befähigte das Team vor Ort durch Moderation und neue Denkwerkzeuge. Ein wichtiger Hebel war dabei auch die Herstellung von Kontakten zu bestehenden Initiativen in der Region. Zur Öffnung des Lösungsraums formulierte die Gruppe gemeinsam vier Wie könnten wir-Fragen: Diese HMWs strukturierten das anschließende Brainstorming. 4. Umsetzung In vier Terminen (davon drei Intensiv-Workshops) und intensiver Begleitung dazwischen wurden Zielkonflikte adressiert und 11 konkrete Maßnahmen entwickelt. Der Fokus spitzte sich bewusst auf greifbare Szenarien zu, was die Kreativität im Team beflügelte. 5. Ergebnis & Mehrwert Hohenkirchen hat nun zwei klare Leuchtturm-Konzepte (Bus & Kneipe) und eine Liste mit 11 priorisierten Ideen. Der größte Mehrwert liegt jedoch in der neuen Arbeitsweise: Das Team kann künftige kommunale Herausforderungen nun eigenständig und strukturiert angehen. Was steckt dahinter? Die Methoden im Überblick „Die Begleitung hat uns geholfen, den Nebel um das komplexe Thema Einsamkeit zu lüften. Durch den Triple Diamond und die Vernetzung zum Männerschuppen Poel haben wir jetzt nicht nur innovative Ideen wie unseren Bus, sondern auch das richtige Werkzeug für die Umsetzung.“ Mehr zur Gemeinde: www.hohenkirchen-ostsee.de

Digitaler Wind in der Kita: Wie die „Pusteblume“ durch eine App Zeit für das Wesentliche gewinnt

Prozessgrafik der Projektbegleitung: Prozessanalyse, Potenziale und Anforderungen, App-Auswahl und Entscheidung, Pilot, Rollout

In der Kita Pusteblume (Nordwestmecklenburg) war der Wunsch der Eltern nach einer zeitgemäßen, digitalen Kommunikation groß. Doch wie führt man eine Kita-App ein, die das Team im Alltag wirklich entlastet, statt neue Fehlerquellen zu schaffen? Der Innovation Port Wismar begleitete die Kita in einem strukturierten Prozess – von der Analyse der bisherigen analogen Abläufe bis zur Auswahl der passenden Software. Durch einen neutralen Marktvergleich fiel die Entscheidung auf die Kindy-App, die durch eine schlanke Kostenstruktur und Flexibilität überzeugt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase startet 2026 der volle Rollout. Die Kita spart nun wertvolle Zeit bei der Essensplanung und Abwesenheitsmeldung. Das Projekt dient bereits als Orientierung für weitere Einrichtungen in der Gemeinde. Ein starkes Beispiel dafür, wie gezielte Begleitung den Weg in eine moderne Kita-Verwaltung ebnet. Der Prozess im Detail 1. Ausgangssituation Die Kita Pusteblume verwaltete Abwesenheiten, Essensbestellungen und Abholberechtigungen bisher klassisch über analoge Listen. Sowohl Eltern als auch das Team suchten nach Wegen, die tägliche Kommunikation und Organisation effizienter zu gestalten. 2. Herausforderung Analoge Prozesse sind im stressigen Kita-Alltag fehleranfällig – besonders bei der täglichen Meldung der Essenszahlen an die Lieferanten oder bei kurzfristigen Änderungen der Abholberechtigten („Opa holt heute ab“). Die Einführung einer digitalen Lösung sollte daher einfach, kosteneffizient und vor allem zeitsparend sein. 3. Unterstützung durch den InnovationPort Der InnovationPort (Antje Lasner) begleitete die Kita als neutrale Beraterin und Lotsin. Die Unterstützung umfasste: 4. Umsetzung Im August 2025 wurden die Anforderungen definiert, gefolgt von einer fundierten App-Entscheidung für die App „Kindy“. Im Oktober 2025 startete eine Pilotphase mit zehn Familien, um die Abläufe im Echtbetrieb zu testen. Diese schrittweise Einführung sorgte für Sicherheit im Team und hohe Akzeptanz bei den Eltern. 5. Ergebnis & Mehrwert Was steckt dahinter? Der Begleitungs-Ansatz „Durch die neutrale Begleitung des Innovation Port konnten wir die passende App finden, die wirklich zu unserem Kita-Alltag passt. Wir haben jetzt eine Lösung, die wirklich Zeit spart und die Kommunikation mit den Eltern vereinfacht – ohne dass wir uns in komplizierter Technik verlieren.“ Mehr zur Einrichtung: www.deine-kita-pusteblume.de

Wenn die Agenda Pause macht: Austausch zur Digitalisierungsstrategie MV mit Minister Dr. Heiko Geue

Ein Minister, ein voller Raum, eine Tagesordnung. Und dann der Moment, in dem die Agenda kurzerhand beiseitegelegt wurde, weil das Gespräch mit den Unternehmern wichtiger war als der nächste Programmpunkt. Genau so lief der Austausch zur neuen Digitalisierungsstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern am 18. Juni im InnovationPort Wismar. Zu Gast: Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung, gemeinsam mit Hubert Ludwig, Geschäftsführer des DVZ MV. Vor Ort: Startups, Unternehmen, Netzwerkpartner und viele, die Digitalisierung in MV nicht nur beobachten, sondern mitgestalten wollen. Open Source first: ein Paradigmenwechsel Das Land setzt mit seiner neuen Strategie konsequent auf eine Open-Source-first-Ausrichtung: mehr Offenheit, mehr Beteiligung, mehr regionale Wertschöpfung. Was das konkret bedeuten kann, zeigte unter anderem das Praxisbeispiel des digitalen Bauantrags aus Nordwestmecklenburg. Digitalisierung nicht als Konzeptpapier, sondern als funktionierender Prozess. Doch die vielleicht wichtigste Botschaft des Nachmittags war eine andere: Die Strategie kommt nicht von oben. Der Bedarf kommt von unten. Nicht das Land, nicht die Digitalisierungszentren geben vor, wohin die Reise geht. Die Unternehmerinnen und Unternehmer tun es. Ihre Anforderungen, ihre Praxiserfahrung, ihre Probleme im Alltag sind der Kompass. Und genau deshalb wurde an diesem Nachmittag auch nicht stur das Programm abgespult: Als die Fragen und Impulse aus dem Raum kamen, bekamen sie den Platz, den sie verdienen. Austausch auf Augenhöhe, nicht als Floskel, sondern gelebt. Was hängen bleibt Und eine Frage nimmt der Raum bewusst mit nach Hause, weil sie an einem Nachmittag nicht abschließend zu beantworten ist: Wie kann Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und IT-Branche wirklich aussehen? Nicht auf der Folie, sondern im Projektalltag. Wie es weitergeht Das Beste an diesem Termin: Er war kein Einzeltermin. Mitreden statt mitleiden Digitalisierung in MV wird nicht in Strategiepapieren entschieden, sondern in Gesprächen wie diesem. Wer beim nächsten Mal dabei sein und eigene Impulse einbringen möchte: Der InnovationPort bietet regelmäßig Raum für genau diesen Austausch. Die Strategie steht. Die Player sind da. Jetzt wird gemacht.

Vom Why zum Warenkorb – HandsOn „eCommerce kompakt“ im InnovationPort Wismar

Header: Frank Melz im InnovationPort Wismar, im Hintergrund die Folie „Wie ist Deine Titelstory?“ U-förmig gestellte Tische, aufgeschlagene Notizbücher, vorne ein Mann mit schwarzer lakör-Cap, der fragt: „Wozu existiert deine Marke eigentlich?“** Genau dieser Moment – wenn Gründer:innen aufhören, an ihr Logo zu denken, und anfangen, an ihre Kundschaft zu denken – war das Herzstück unseres zweitägigen HandsOn „eCommerce kompakt” am 13. und 20. Mai 2026** im InnovationPort Wismar. Zwei Tage, ein klarer Faden: erst die Marke schärfen, dann den Shop bauen. Kein Theorie-Geplänkel, sondern Werkzeuge zum direkten Mitnehmen. Warum erst die Marke, dann der Shop? Frank Melz, CEO von Lakör, hat über 200 Shopify-Shops mit aufgebaut. Sein Befund: Die meisten scheitern nicht am Tool, sondern an der Marke dahinter. Genau deshalb hat dieser Workshop den eCommerce-Trichter umgedreht. Tag 1 ging an die Identität. Tag 2 an die Umsetzung im Shop. Dazwischen eine Woche Hausaufgaben, in der die Teilnehmenden ihr Markenfundament setzten. An Tag 2 stand zusätzlich Steffi Wulf mit auf der Bühne – Shopify-Trainerin bei Lakör. Tag 1: Wofür stehst du eigentlich? Frank Melz mit lakör-Cap im Gespräch mit Teilnehmenden, am Whiteboard das Dreieck der Gemeinsamkeiten Der erste Tag war Markenarbeit – nicht als Theorie, sondern als handfeste Übung. Drei Eckpfeiler: 1️⃣ Golden Circle – Warum gibt es deine Marke? Wie arbeitest du? Was machst du konkret? Der Aha-Moment für viele: Das Why hält, auch wenn das Produkt morgen ein anderes wäre. Wer sein Why nur erklären kann, solange er Kerzen oder Surfbretter verkauft, hat noch kein Why. 2️⃣ Feature vs. Benefit – Franks norddeutsche Übersetzung von „What’s in it for me?“ wurde zur stehenden Wendung des Tages: Butter bei die Fische. Ein Neoprenanzug hat 5 mm Material (Feature) – aber der Benefit ist: „Du frierst selbst in 3 Grad kaltem Wasser nicht.“ Niemand kauft Millimeter. 3️⃣ Markenversprechen – Ein einziger Satz, den deine Kundschaft immer, überall, ohne Ausnahme erwarten darf. Franks Test dafür ist gnadenlos: „Wenn dein Markenversprechen nicht durch deinen Golden Circle gedeckt ist, lügst du.“ Tag 2: Lovepoints – wenn ein Shop zum Erlebnis wird Tag 2 startete mit dem Kernkonzept des Tages: „Lovepoints sind die kleinen WOW-Momente in deinem Shop, die deine Besucher emotional abholen, noch bevor sie rational vergleichen.“ Frank und Steffi haben dafür eine einfache Pyramide aufgespannt: Useful (Shopify als Basis) → Useable (gute UX) → Delightful (Lovepoints, die zur Marke passen). Die meisten Shops kommen bis Stufe 2. Die wenigen, die es bis 3 schaffen, verkaufen besser – und länger. Dann eine Tour durch sieben Stationen einer Customer Journey, an denen man als Marke etwas richtig oder richtig falsch machen kann: Werbung, Cookie-Banner, Startseite, Kollektions- und Produktseite, Warenkorb, Paket. Mit echten Beispielen aus dem Web statt aus dem Lehrbuch – true fruits’ provokantes „Sag JA zu Plastik!“-Plakat, Scalable Capitals „Money-Küre ab 1 €”, das true-fruits-Paket mit der Aufschrift „Stecke mich nicht in den Backofen oder spiele mit mir Basketball. Warum solltest du auch, du Brombeersohn?“ Special Lovepoint: Die Produktseite Teilnehmer arbeitet mit der Tinker-App an einem KI-generierten Lifestyle-Produktbild Den größten Block bekam die Produktseite – laut Frank das Multitalent jedes Shops, das gleich sechs Jobs auf einmal erledigen muss: First Impression über Bilder, Copy, Kauf-Motivator, Cross-Sell, Vertrauensanker, Inspiration. Damit niemand sagen muss „Ich hab kein Fotostudio“, ging es danach direkt in ein Hands-on mit der KI-App Tinker: Handy zücken, Produkt im Raum suchen, fotografieren, in die App laden – fertig ist ein freigestelltes Studio-Bild oder ein Lifestyle-Foto. Aus einem schiefen Kaffee-Tisch-Foto wurde in fünf Minuten ein verkaufsfähiges Bild. Auch bei Produktbeschreibungen wurde es direkt praktisch. Eine Lavendelkerze ist eben nicht „schöne, hochwertige Duftkerze, brennt lange“ – sondern „handgegossen mit 100 % Sojawachs, über 35 Stunden Brenndauer, ganz ohne künstliche Zusätze – verwandelt dein Wohnzimmer in eine Auszeit-Oase.“ Same product, anderes Versprechen. Was die Teilnehmenden mitgenommen haben Am Ende des zweiten Tages hatte jeder im Raum etwas Greifbares in der Hand: ein schlüssiges Markenfundament, eine präzise Angebotsformel, mindestens einen eigenen Lovepoint, erste KI-generierte Produktbilder und ein konkretes Verständnis davon, was eine Produktseite leisten muss. Was vorher als „Ich müsste mal irgendwann einen Shop bauen“ auf der To-do-Liste stand, ist nach diesen zwei Tagen ein realer Plan mit Reihenfolge. Frank gibt die Latte am Ende konkret rein: „In 8 bis 12 Wochen könntest du schon erste Produkte verkauft haben.“ Wie geht’s weiter? Die HandsOn-Reihe geht weiter. Im Block 3 (September/Oktober 2026) stehen die nächsten Termine an – zu Markenarbeit, Sichtbarkeit, KI-Tools und Geschäftsmodellentwicklung. 👉 Alle kommenden Termine: innovation-port.com/events Wer mit Lakör selbst an seinem Shop bauen will, findet Coaching-Formate und kostenlosen Content (Stichwort scott-e) unter lakör.de. Marke vor Shop. Erst die Substanz, dann die Pixel. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Shop, an dem man vorbeiklickt – und einem, in den Kunden sich verlieben. Der HandsOn „eCommerce kompakt“ fand am 13. und 20. Mai 2026 im InnovationPort Wismar statt. Speaker: Frank Melz (CEO Lakör) und Steffi Wulf (Shopify-Trainerin Lakör). Fotos: InnovationPort Wismar. Downloads