Voller Saal im Schloss Plüschow, dicht besetzte Stuhlreihen vor einem großen Wandteppich

Land.Belebt.Vernetzt.: Volles Haus, starke Ideen und der Weg zu lebendigen Dörfern

Am 16. September platzte Schloss Plüschow fast aus allen Nähten: Über 80 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu „Land.Belebt.Vernetzt.“, der ersten großen Gemeinschaftsveranstaltung von LEADER Westmecklenburgische Ostseeküste und dem InnovationPort Wismar. Das enorme Interesse zeigt deutlich, wie brennend aktuell die Themen Leerstand, Mobilität und soziales Miteinander in der Region sind und wie groß der Bedarf an echten Austauschformaten ist.

Anmeldung im Freien auf dem Hof, daneben eine Beachflag des Landkreises Nordwestmecklenburg
Angemeldet wurde draußen auf dem Hof.
Publikum in dichten Reihen vor dem Roll-up Raum für Ideen
Über 80 Teilnehmende, der Saal war bis nach hinten besetzt.

Auch Landrat Tino Schomann hob in seinem Grußwort zur Eröffnung hervor, wie entscheidend genau diese Vernetzung der Gemeinden untereinander für eine starke Region ist. Der Tag war für all jene gedacht, die vor Ort etwas bewegen wollen – um ihnen konkrete Ideen, machbare erste Schritte und wertvolle Kontakte an die Hand zu geben.

Landrat Tino Schomann spricht am Rednerpult
Landrat Tino Schomann beim Grußwort.
Rednerin im hellen Blazer am Pult bei der Eröffnung
Eröffnet haben Doreen Heydenbluth‑Peters vom InnovationPort und Sophie Maletzki von der LAG.
Anne Kruse vor der Folie Vom Leerraum zu lebendigen Zukunftsorten
Anne Kruse vom Netzwerk Zukunftsorte: Vom Leerraum zu lebendigen Zukunftsorten.
Prof. Dr. Volker Grienitz mit Mikrofon vor einer Folie mit Bus, Bahn und E-Auto an einer Dorfhaltestelle
Prof. Dr. Volker Grienitz von der Hochschule Wismar über neue Mobilität für MV.
Heiko Kolz vor der Folie: Das Gebäude ist saniert. Der Bürgerbus hält davor. Und es kommt trotzdem keiner.
Heiko Kolz von der Kreativorte GmbH, mit einem Satz, der hängen blieb.

Die Mischung aus starken Impulsen am Vormittag und dem lebhaften Best-Practice-Parcours am Nachmittag traf genau den Nerv. Statt grauer Theorie gab es handfeste Vorbilder zu entdecken: Wie wird eine alte Kneipe zur neuen Dorfmitte? Wie bringt ein E-Car-Sharing-Modell pragmatische Mobilität aufs Land? An den acht Stationen wurde intensiv diskutiert, abgeschaut und das eigene Netzwerk erweitert.

Station 1 des Parcours, IGEL ECK Carlow, mit Aufsteller und Pinnwand
Station 1 im Parcours: das IGEL ECK Carlow.
Teilnehmende stehen im Foyer des Schlosses zusammen und hören zu
Zwischen den Stationen im Foyer des Schlosses.
Stand des Glücksbote e.V. mit Bildschirm: Was ist längst da?
„Was ist längst da?“ Die Frage stand am Stand des Glücksbote e.V. auf dem Bildschirm.
Teilnehmende sitzen an einer Station und hören einer Referentin an der Pinnwand zu
Zuhören, nachfragen, weiterziehen: kleine Runden an den Stationen.
Teilnehmerin blättert in einem Heft des Zukunftsschlosses Gadebusch
Material zum Mitnehmen, hier vom Zukunftsschloss Gadebusch.

In den vertiefenden Nachmittags-Formaten wurde neben all der Aufbruchsstimmung jedoch auch eine handfeste Realität sichtbar. Engagement, gerade im Ehrenamt, ist ein Kraftakt. Die drängendsten Fragen vieler Motivierter lauteten: Wie bekomme ich andere dazu, mitzumachen? Wie gehe ich diese Vorhaben wirklich an? Alleine funktioniert es nicht. Erste, niedrigschwellige Lösungsansätze, um sich einfach mal auszuprobieren, waren an diesem Nachmittag daher besonders gefragt.

Jan Tauer von freundwärts vor dem Bildschirm mit der Frage, wie Menschen sich als Teil einer Gruppe fühlen
Jan Tauer von freundwärts Rostock. Die Frage auf seinem Bildschirm haben sich an diesem Tag viele gestellt.
Gespräch an einer Station vor dem Bildschirm: Ab welchem Zeitpunkt fühlen wir uns eigentlich zuständig?
„Ab welchem Zeitpunkt fühlen wir uns eigentlich zuständig?“

Der intensive Austausch machte eines ganz klar: Das Event traf exakt zur richtigen Zeit den richtigen Ton, ruft aber zwingend nach einer Fortsetzung. Ein Folgeevent muss genau dort ansetzen, wo die Engagierten jetzt stehen – bei der Frage, wie man dranbleibt, andere mitzieht und dabei nicht selbst ausbrennt. Dafür wird es auch wichtig sein, alternative Finanzierungswege jenseits der klassischen Fördertöpfe zu erschließen, neue Geschäftsmodelle zu denken und gezielt mit Stiftungen oder Investoren ins Gespräch zu kommen. LEADER WMO und der InnovationPort nehmen diesen klaren Arbeitsauftrag mit. Wir sehen uns 2027 genau dazu wieder!

Pause im Schlossgarten an Bierzeltgarnituren unter Bäumen
Pause im Schlossgarten.

Das Programm im Rückblick – Danke an alle Beitragenden!

Die drei starken Impulse

  • Leerstand wiederbeleben: „Vom Leerstand zu lebendigen Zukunftsorten“ – Anne Kruse (Netzwerk Zukunftsorte e.V.)
  • Mobilität im ländlichen Raum: „Neue Mobilität für MV“ – Prof. Dr. Volker Grienitz (Hochschule Wismar)
  • Soziales Miteinander: „Gemeinschaft als Motor: Warum Soziales unsere Dörfer trägt“ – Heiko Kolz (Kreativorte GmbH)

Der Best-Practice-Parcours an 8 Stationen

  • IGEL ECK Carlow: Ein Haus, viele neue Nutzer. Aus der alten Kneipe wird Dorfmitte
  • Jugendclub Insel Poel: Wenn Jugendliche wirklich mitentscheiden dürfen!
  • Zukunftsschloss Gadebusch: Kunst erweckt alte Mauern!
  • Molkerei Klütz: Orte mit Zukunft gestalten, zwischen Vision und Wirklichkeit
  • freundwärts Rostock: Gegen Einsamkeit hilft: gemeinsam losgehen
  • StadtLandGlück: Ein Ort, der Nachbarschaft stiftet. Alt werden, ohne allein zu sein
  • Männerschuppen Poel: Aus Australien an die Ostsee. Hämmern, reden, gesund bleiben
  • E-Car-Sharing Schleberoda: Bundessieger für Mobilität auf dem Land

Die vertiefenden Nachmittags-Formate

  • Projekt-Werkstatt: Mit LEADER & dem Innovation Port Projekthürden abbauen
  • Workshop „Leerstand gestalten“ mit Anne Kruse
  • Workshop „Was ist schon da? – Vom Ort zum sozialen Ökosystem“ mit Janine Friedrich
  • Spaziergang gegen Einsamkeit mit Jan Tauer
  • Dorf-Dialog-Dinner am Foodtruck mit Heiko Kolz und Daniel Spizzirri
Bunte Würfel mit den Buchstaben LEADER
Die LEADER‑Würfel im Schloss Plüschow.

Impressionen aus Schloss Plüschow

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